Ev. - luth. Kirchengemeinden Essenrode und Grassel

 

Jahreslosung 2018:

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben
von der
Quelle des lebendigen
Wassers umsonst.

Offenbarung 21,6 (L)


 Aus der Geschichte des Dorfes Essenrode

Essenrode ist ein Rodungsdorf, das wie die anderen Rodungsdörfer unserer Region etwa ab 900 entstanden sein wird. Die bisher früheste urkundliche Erwähnung fand 1196 statt, als Pfalzgraf Heinrich (ältester Sohn und Nachfolger Heinrichs des Löwen) dem Braunschweiger Stift Sankt Cyriakus Besitzungen in Ezzenrod bestätigte. In dieser Urkunde wurde der jährlich von Essenrode zu leistende Zins genannt. Andere zeitgleiche Quellen des Stiftes Sankt Cyriakus erwähnen den Besitz eines Probsteigutes in Essenrode. Probsteigüter wurden im Einvernehmen mit dem Landesherrn verliehen, und so ist das in Essenrode erwähnte Probsteigut möglicherweise der Vorläufer des heutigen Gutes.Eine weitere frühe Erwähnung erfolgte im Jahre 1248, als die Essenroder Kirche aus dem Parochialverband  Wettmershagen ausgegliedert und damit selbständig wurde.In der Zeit zwischen 1200 und 1300 waren in Essenrode verschiedene Lehnsherren mit dem Recht zum Einzug des Zehnten belehnt: Luthard von Meinersen, Godeke von Varsfelde, Johann von Honlage, Gebhard von Bervelde, Johann von Brunsrode, Heinrich von Wenden.1326 wurde Widukind von Garssenbüttel vom Braunschweiger Herzog mit dem Gut in Essenrode belehnt. Nahezu 300 Jahre lang - bis zu ihrem Aussterben 1625 - übten die von Garssenbüttel ihre Lehnsherrschaft in Essenrode aus. 1606 stiftete Hartwig von Garssenbüttel eine Summe von 200 Talern, aus deren Zinsaufkommen die Schullehrer bezahlt werden sollten. 1611 ließ er das erste "Schulhäuslein" errichten. Hartwig von Garssenbüttel hatte als herzoglicher Lehnsnehmer auch überörtliche Aufgaben zu erfüllen. So heißt es unter seinem in der Kirche befindlichen Porträt unter anderem: „ ... hat sich, als er zu männlichen Jahren kommen, in Kriegeszügen nemlich acht Jahre lang in Dannemarck vor einen Kriegsmann und auch eine Zeit lang am königlichen Hofe vor einen Hofdiener, auch in Ungarn und Niederland versucht und gebrauchen lassen, auch Reuterleutenantstelle bedienet. Ist fürstlicher lüneburgischer Droste zu Nienburg und Hoya und neun Jahre Hauptmann auf der Lüneburgischen Festung Gifhorn gewesen. Hat zur Ehre Gottes diese Kirche samt Taufe, Altar, Predigtstuhl und Passion anno 1601 vermalen lassen.“ Hartwig von Garssenbüttel starb zweiundachtzigjährig am 2. August 1625 und wurde in der Essenroder Kirche beigesetzt. Sein Wappen – ein halber Reichsadler – wurde als Essenroder Ortswappen übernommen. Zur Zeit des Lehnsherrenwechsels von den Garssenbüttels zu den Bülows gehörten zum Gut Essenrode 71 Dienstleute, und zwar in Essenrode 3 Ackerleute, 2 Kothsa-ssen, in Calberlah 5 Ackerleute, 4 Kothsassen, in Wedesbüttel 1 Vollhof, 1 Kothsass, in Rötgesbüttel 4 Kothsassen, in Meine 1 Vollhof, 2 Kothsassen, in Flechtorf 5 Kothsassen, in Allenbüttel 1 Vollhof, in Hillerse 5 Ackerleute, 6 Kothsassen, in Meinersen 4 Kothsassen, in Dollbergen sämtliche 16 Eingesessene, in Seershausen 2 Ackerleute, in Leiferde 1 Vollhof, 1 Kothsass, in Ettenbüttel 1 Ackermann, in Vollbüttel 1 Halbhöfner, in Böckelse 1 Ackermann und in Hänigsen 4 Lehnsleute.Diese 71 Dienstmeier des Gutes Essenrode hatten alljährlich den Lehnszins zu zahlen und wurden dann für ein weiteres Jahr mit dem Hofe belehnt. Der Gutsherr in Essenrode war ihr Lehns- und Gerichtsherr. Alle Entscheidungen, die den Hof betrafen, mussten vorher mit dem Gutsherren abgesprochen werden. Dazu gehörten auch die Ehestiftungen, soweit sie die Erbfolge auf dem Hofe betrafen. Gerichtsort war das Gut Essenrode oder für die entfernter liegenden Orte die Mühle Hillerse.1625 fielen dänische Soldaten ein und zündeten das Dorf an. Dabei sind "nicht allein fast alle bei der Kirchen stehende Gebäude nebenst dem Pfarrhause, sondern auch das adeliche Haus und alle dessen Gebäude und Häuser genstlich in die Asche geleget und sambt allen umbstehenden Bauern- und Kohthöfen aufgebrandt worden, daß auch nur damals gleichsam die Helfte von dem Dorfe Essenrode in Staub und Esse gefallen."Lehnsnachfolger der Garssenbüttel wurden für die folgenden gut 200 Jahre die von Bülow. In ihrer Zeit hat sich ein beachtlicher Wandel vollzogen. Sie hatten in ihrer Essenroder Anfangszeit die Lehnsstruktur des Mittelalters übernommen und waren ein gutes Jahrhundert später zu der Überzeugung gekommen, dass diese jahrhundertealte Wirtschaftsform überholt sei. Gotthard Heinrich August von Bülow stellte bereits Mitte des 18. Jahrhunderts fest, dass die Feldmark mit ihren Hunderten kleinster Parzellen zu unwirtschaftlich sei und dass die Bauern aus der Gutsabhängigkeit entlassen werden müssten, damit sie sich mit mehr Zeit und Interesse dem eigenen Acker widmen könnten. Sein Sohn Friedrich Ernst von Bülow hat die Gedanken seines Vaters mit der 1771 durchgeführten Verkoppelung   und der ab 1772 erfolgten Entlassung der Essenroder Bauern aus der Gutsabhängigkeit energisch in die Tat umgesetzt. Damit war er Pionier auf diesem Gebiet und der allgemeinen politischen Entwicklung in Deutschland um mehr als ein halbes Jahrhundert voraus. Friedrich Ernst von Bülow ist aber auch derjenige, der in der Folgezeit das Michaeliskloster in Lüneburg als dessen Abt und als Direktor der Lüneburgischen Landschaft grundlegend sanierte und es auf eine neue wirtschaftliche Grundlage stellte und unter anderem auch das Museum für das Fürstentum Lüneburg begründete.  Dazu heißt es in einer Verlautbarung des Museums von 2003 unter anderem: „Dieses Museum ist eine Schöpfung Bülows, der ein tatkräftiger, gebildeter und für alle neuen geistigen Strömungen seiner Zeit aufgeschlossener Mann war. ... Bülows Amtsführung zeichnete sich durch moderne, reformerische Ansätze aus. Er vereinfachte die Verwaltung des Klosters und sorgte für bauliche und wirtschaftliche Verbesserungen. Der Lehrplan der Ritterakademie wurde den Erfordernissen der Zeit angepasst. ... Bülow war Befürworter der neuen, durch Albrecht Thaer vermittelten Methoden in der Landwirtschaft und beförderte sie dienstlich und privat.“
Im Hause dieser reformfreudigen Männer wurde am 31. 5. 1750 der spätere preußische Reformer und Staatskanzler Karl August von Hardenberg, dessen Mutter eine geborene von Bülow war, geboren. Hardenberg verbrachte seine Kindheit im großelterlichen Hause in Essenrode. Ein wesentlicher Teil der Hardenbergschen Reformen bestand in der Ablösung der Bauern aus der Gutsabhängigkeit, in der Einführung der Gewerbefreiheit, in der Verleihung der staatsbürgerlichen Rechte an die Juden, und schließlich bestand ein nicht unwesentlicher Teil seiner politischen Tätigkeit in der Vorbereitung der Erhebung von 1813, die die napoleonische Fremdherrschaft in Deutschland beendete.
Die verschiedenen Essenroder Bülows nahmen durchweg auch überörtliche Aufgaben wahr. So finden wir sie als Hauptmann des Amtes Campen (Flechtorf), als Königlich Großbritannischer und Churfürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Landrat zu Celle und Erblehns- und Gerichtsherr zu Essenrode und Bayernaumburg, als Abt des Michaelisklosters in Lüneburg und als Direktor der Lüneburgischen Landschaft, als Finanzminister im napoleonischen Königreich Westfalen oder auch als Finanzminister in Preußen.
Die markantesten Gebäude des Dorfes sind die Kirche und das Herrenhaus – auch Schloss genannt. In der Kirche sind durch Umbauten deutliche „Bülowsche Spuren“ zu sehen, während das Herrenhaus von den Bülows erbaut wurde.
Ältestes Gebäude des Dorfes ist die Kirche. Eindeutig romanische Stilelemente lassen es zu, den Anfang dieses Bauwerkes in die Zeit zwischen 1100 und 1200 einzuordnen, möglicherweise auch noch etwas früher, da die „Rodedörfer“ ab etwa 900 entstanden sind und die damaligen Ansiedler bereits christianisiert waren. Um 1400 wird eine Verlängerung des Kirchenschiffes nach Osten und eine Erhöhung des Turmes stattgefunden haben, wie aus eindeutig gotischen Stilelementen an Turmaufsatz, im östlichem Kirchenschiff und der 1989 entdeckten und freigelegten gotischen Innenausmalung zu ersehen ist. Die gotischen Wandmalereien werden von Kunsthistorikern als um 1400 entstanden eingestuft. In den Jahren 1737 bis 1744 wurde die Kirche auf Veranlassung des damaligen Gutsherren Gotthard Heinrich August von Bülow zu ihrer heutigen Gestalt umgebaut und erhielt mit Kanzelaltar und Orgelprospekt ihre barocke Innengestaltung, die Kunstkenner immer wieder in ihren Bann zieht. So sagte 1994 eine Besucherin aus Schweden: „Schön wie eine königliche Schlosskapelle!“ Gotthard Heinrich August von Bülow ist der Stifter des Kanzelaltars, der Orgel und des Abendmahlkelchs. Die Anfangsbuchstaben seines Namens sind auf der Kanzel kunstvoll verziert wiedergegeben.
Das Herrenhaus - auch Schloss genannt - wurde 1738 und in den Folgejahren auf den Fundamenten des Vorgängerbaues erbaut und das Anwesen mit dem es umgebenden Hofgraben im Laufe mehrerer Jahrzehnte so umgestaltet, wie wir es heute kennen. Auf den Vorderseiten der beiden mit Löwenfiguren besetzten Sandsteinpfeiler des Eingangstores ist zu lesen: „ANNO 1738“ und auf deren Rückseiten „G.H.V.B.“ und „A.A.V.A.“ Die Buchstaben bedeuten Gotthard Heinrich August von Bülow und Anna Adelheid von Alvensleben, Ehefrau des Bauherrn. Der das Herrenhaus umgebende Hofgraben war einst Teil einer Befestigungsanlage. Die Wirtschaftsgebäude des Gutes befanden sich früher innerhalb des Grabens – mit ihrer Rückseite dicht am Wasser, so dass Wasser und Wand einen Schutz gegen unliebsamen Besuch boten. Eine Zugbrücke an Stelle der heutigen Steinbrücke machte die Sicherung des Anwesens komplett. Ob man die eben be-schriebene Anlage als eine Burg bezeichnen kann, mag dahingestellt bleiben –  zumindest aber konnte man sich hier verbergen.
Drei Familien sind es, die diesen Sitz im Laufe der Essenroder Geschichte nacheinander innehatten. Von 1326 bis 1625 waren die von Garssenbüttel mit dem Gut belehnt, von 1627 bis 1837 waren es die von Bülow, von denen es die von Lüneburg 1837 käuflich erwarben. Die heutigen Besitzer sind Ernst und Susanne von Lüneburg.


Das 1738 erbaute Gutshaus in Essenrode
ist das Geburtshaus des 1750 geborenen preußischen Reformers
und Staatskanzlers Karl August von Hardenberg


Das "Ambtt Giffhorn"  beschrieb das Dorf Essenrode im Jahre 1615 so: "Daselbst wohnen 15 Höffener. Empfangen die Lehen: Hanß Valheide, Heinrich Otten, Henning Schween, Christoff Buchtmann, Albert Lehrmann von Unserm gnädigen Fürsten und Herrn. Müßen dienen mit dem Spann so offt und weit es ihnen auferleget wirdet, überdas dienen sie auch 7 Tage Jerlich dem Hause Fallersleben und laden in der Gastenfuhre jeder 2 Scheffel, Heinrich Tieß, Hanß Meineke und Henning Goeß von denen von Bruch in Braunschweig, Heinrich Salgen, Heinrich Stein, Ebeling Lehr-mann von Hartwig von Garsenbüttel, Zacharias Lehrmann, Jürgen Lehrmann von den Döringes zu Braunschweig, Heinrich Goeß, Heinrich Schween vom Hospital Beate Maria in Braunschweig. - Diese 10 dienen F. G. wöchentlich einen Tagk ufm Steinberge  mitt dem Spann. Daselbst zu Esenrode wohnen 12 Kötere. Empfangen die Lehen: Hans Niedermeyer, Heinrich Wichman, Peter Wichman, Peter Otten, Hanß Lehrman von Unserm gn. F. und Herrn, dienen S. F. G.  wöchentlich mit der Handt 3 Tage, Heinrich Lehrman von dene von Bruch zu Braunschweig, Peter Flemig von dem Döring zu Braunschweig, Rudolff Wichman und Heinrich Berends von der Pfarre zu Esenrode, Hanß Resen, Heinrich Schaper von Hartwig von Garssenbüttel, Herman Lütken von dem Calmen aus Braunschweig. Dienen F. G. wöchentlich mit der Handt 3 Tage."
Diese Dorfbeschreibung des Amtes Gifhorn mit Nennung von Namen und den jeweils auferlegten Dienstpflichten macht deutlich, wie eingeengt die Menschen lebten. Diese Einengung wurde durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges noch wesentlich verschärft, so dass soziale Spannungen nicht ausbleiben konnten. Während der erste Essenroder Bülow – Julius – noch versuchte, dem Kriegselend seiner Zeit entgegenzuwirken, zeigte sich sein Nachfolger Christian als ein hartherziger Mensch, der mit aller Macht versuchte, die Feudalordnung, wie sie vor dem Dreißigjährigen Krieg bestand, wieder herzustellen. Gefängnisstrafen, Geldstrafen und Enteignungen waren die Mittel, mit denen er versuchte, sein Ziel zu erreichen. Schließlich beschwerten sich „sämtliche Eingesessene von Essenrode“ beim Landesherrn. In dieser Situation kam der damalige Pastor Joell Radloff (von 1630 bis 1652 Pastor in Essenrode) in eine schwierige Lage: „Anno 1644 hatte der von Bülow den Licentiaten Joell Radloff bey sich gehabt und ihn gebeten, dass er sich möchte darzwischen schlagen, welches er aber abgelehnet. Die Dorfschaft aber, wie die ihn ersuchet, da hat er sich darzwischen geschlagen.“ Joell Radloff stellte sich also auf die Seite der Bauern und hatte seitdem einen schweren Stand, so dass er 1649 seine Entlassung beantragte und schließlich 1652 als Pfarrer nach Mönchehof/Harz kam. Noch 1653 forderten ihn die Essenroder Bauern als Zeugen in einem Prozess gegen Christian von Bülow an. Dieser Bitte folgte er und stellte sich eindeutig auf die Seite der Bauern.
Aus Steuer- und Höfelisten der Ämter Gifhorn und Fallersleben seit 1564 ist zu ersehen, daß Essenrode für lange Zeit eines der größeren Dörfer der Umgebung gewesen war. Um 1820 hatten Essenrode 507, Grassel 228, Groß Schwülper 464, Hattorf 406, Heiligendorf 559, Isenbüttel 789, Meine 331, Mörse 356, Sülfeld 371, Wettmershagen 266, Fallersleben 1269 und Gifhorn 1602 Einwohner. Während Orte wie Meine, Fallersleben oder Gifhorn bedingt durch Eisenbahnanbindung und Industrieansiedlungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts schneller wuchsen, hat sich die Essenroder Einwohnerzahl bis 1945 immer etwas unter 550 gehalten. 1852 hatte Essenrode 549 Einwohner, 1925 waren es 543 und 1937 nur noch 518. Erst mit dem Kriegsende schnellte die Einwohnerzahl, bedingt durch den Zustrom der Ostvertriebenen, deutlich in die Höhe. 1946 lebten in Essenrode 973 Personen, 1950 waren es 970, 1964 nur noch 920 und 1996 waren es schließlich 1100 Einwohner. Inzwischen hat sich die Einwohnerzahl schon über Jahre konstant auf 1200 eingependelt. Die Feldmark einschließlich der Ortslage hat eine Größe von 1007 Hektar.
Bis 1928 gab es in Essenrode nebeneinanderbestehend eine Dorf- und eine selbständige Gutsgemeinde. Bei ihrem am 1. 10. 1928 erfolgten Zusammenschluss hatte die Dorfgemeinde 474 und die Gutsgemeinde 84 Einwohner. Durch die Eingliederung des Gutsbezirks in die Gemeinde Essenrode ergab sich zu jener Zeit eine Gesamteinwohnerzahl von 558.
Mit der Gebietsreform von 1972 verlor Essenrode seine politische Selbständigkeit. Essenrode wurde aus dem Landkreis Gifhorn ausgegliedert, aus seinen in Jahrhunderten gewachsenen historischen Bezügen herausgerissen und mit seiner Eingliederung in die neugebildete Gemeinde Lehre und seit 1974 in den Landkreis Helmstedt in völlig neue Gebietskörperschaften eingegliedert. Grund dieser Umgliederung war, dass der Gesetzgeber zwischen den durch Eingemeindungen vergrößerten Städten Braunschweig und Wolfsburg eine ländliche Einheitsgemeinde mit mindestens 10.000 Einwohnern installieren wollte, und weil es der damals angedachten Einheitsgemeinde Lehre an Einwohnern fehlte, kam Essenrode als Füllmasse ungefragt hinzu. Seitdem ist Essenrode eine von acht Ortschaften der damals neugebildeten Gemeinde Lehre. Essenrode hat seitdem einen Ortsrat, der örtliche Angelegenheiten berät und der seine Beratungsergebnisse dem Gemeinderat in Vorschlag bringt. Der Ortsrat verfügt über keinen eigenen Haushalt. Sieben der acht Ortschaften waren schon immer braunschweigisch, während Essenrode zu Hannover gehörte. Und so kommt es, dass sieben Ortschaften der Gemeinde Lehre zur Braunschweigischen Landeskirche gehören, Essenrode aber zur Landeskirche Hannovers. Bezüglich der Erreichbarkeit der Kreisstadt war die Fahrt nach Gifhorn mit 16 Kilometern noch angenehm, während nach Helmstedt mehr als 30 Kilometer zurückzulegen sind.
In Essenrode lebte man bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts hauptsächlich von der Landwirtschaft. Ein zweites wirtschaftliches Standbein war das örtliche Handwerk wie Schmied, Zimmermann, Tischler, Stellmacher, Böttcher, Maurer, Maler, Sattler, Schuhmacher, Schneider, Bäcker. Vor 1900 war auch vielfach die Berufsbezeichnung Leinweber vertreten.  Die meisten Arbeitsstellen waren im Dorf vorhanden, nur wenige Personen pendelten nach außerhalb. - Dieses Bild hat sich innerhalb nur weniger Jahrzehnte infolge von Mechanisierung und Industriealisierung in sein Gegenteil verkehrt. Der Arbeitsplatz im Ort ist die Ausnahme, der tägliche Weg zur Arbeitsstelle nach außerhalb die Regel.
Essenrode verfügt über eine Kindergarten und eine Grundschule mit Turnhalle. Der Sportverein, die Feuerwehr, der Gemischte Chor und die Kyffhäuserkameradschaft bieten zahlreiche Aktivitäten für alle Altersgruppen.
Hartmut Bosse

Quellen:
Kirchenarchiv Essenrode
Ehem. Gutsarchiv Essenrode – jetzt Staatsarchiv Hannover
J. Klingsing: Schriftenreihen zur Aufarbeitung des ehem. Gutsarchivs
E. Döll: Die Kollegiatstifte St. Blasius und St. Cyriakus zu Braunschweg
G. Himmelmann: Das Stift St. Cyriakus zu Braunschweig
Th. Bosse: Das Erbregister des Amtes Gifhorn von 1669
Th. Bosse: Die Register und Kataster der Ämter Gifhorn, Fallersleben und Isenhagen ab 1563/64
Kieker/Lütgens: Die Kunstdenkmale des Kreises Gifhorn, Hannover 1931

Kontakt:

Pastor Christoph Pauer
Kirchring 7

38165 Lehre-Essenrode
Fon: 0 53 01 -  222
Fax: 0 53 01 -  320
E-Mail: Pfarramt.Essenrode@evlka.de
Sprechstunden:
donnerstags von 18:00 - 19:00 Uhr
und jederzeit nach Vereinbarung
oder auch auf gut Glück.

Losung:

Tageslosung vom Sonntag, 16. Dezember 2018
3. Sonntag im Advent
Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen; sie wiegt zu schwer, ich kann sie nicht mehr tragen.
Der Engel sprach zu Josef: Maria wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.